Garten winterfest machen: Was im Herbst jetzt wichtig ist

Wenn die Tage kürzer werden und die ersten kalten Nächte kommen, beginnt im Garten eine ruhigere Zeit. Ganz vorbei ist die Arbeit aber noch nicht. Was Sie jetzt im Herbst erledigen, entscheidet mit darüber, wie gut Beete, Rasen und Gehölze durch den Winter kommen und wie kräftig sie im Frühjahr wieder austreiben. Die gute Nachricht: Vieles geht schnell, und manches dürfen Sie sogar bewusst liegen lassen.

Laub ist kein Abfall

Viele Gartenbesitzer rechen im Oktober jedes Blatt zusammen und entsorgen es. Dabei ist Laub ein wertvoller Rohstoff. Auf dem Rasen sollte es allerdings nicht dauerhaft liegen bleiben, denn darunter fehlt dem Gras Licht und Luft, und es können sich Pilzkrankheiten ausbreiten. Rechen Sie die Rasenfläche daher regelmäßig ab.

Das gesammelte Laub bringen Sie am besten dorthin, wo es nützt: als Mulchschicht auf Staudenbeete und unter Sträucher. Dort schützt es den Boden vor Frost und Austrocknung, wird von Bodenlebewesen nach und nach zersetzt und liefert Humus. Ein lockerer Laubhaufen in einer ruhigen Gartenecke bietet außerdem Igeln und Insekten ein Winterquartier. Laub von Walnuss oder Eiche verrottet langsamer und kommt besser in kleinen Mengen auf den Kompost.

Beete und Stauden vorbereiten

Abgeerntete Gemüsebeete müssen im Winter nicht nackt bleiben. Eine Gründüngung, eine Mulchdecke oder eine dünne Schicht reifer Kompost schützen den Boden vor Auswaschung und Verschlämmung. Tiefes Umgraben ist dagegen oft gar nicht nötig und stört das Bodenleben.

Bei Stauden lohnt es sich, nicht alles sofort zurückzuschneiden. Stehen gebliebene Stängel und Samenstände sehen mit Raureif hübsch aus, dienen Vögeln als Futter und Insekten als Unterschlupf. Den Rückschnitt können Sie gut auf das zeitige Frühjahr verschieben. Nur kranke oder stark umgefallene Pflanzenteile sollten Sie schon jetzt entfernen.

Empfindliche Pflanzen schützen

Nicht jede Pflanze verträgt unsere Winter ohne Hilfe. Mit ein paar einfachen Maßnahmen beugen Sie Frostschäden vor:

  • Rosen am Fuß mit Erde oder Kompost anhäufeln, damit die Veredelungsstelle geschützt ist.
  • Kübelpflanzen wie Oleander oder Zitrus rechtzeitig vor dem ersten stärkeren Frost in ein helles, kühles Quartier bringen.
  • Winterharte Pflanzen in Töpfen dicht an die Hauswand rücken, die Gefäße mit Jute oder Vlies umwickeln und auf Holzleisten stellen.
  • Immergrüne Gehölze an frostfreien Tagen gießen, denn sie verdunsten auch im Winter Wasser.
  • Gartenvlies statt Plastikfolie verwenden, damit die Pflanzen weiter atmen können.

Geräte, Wasser und Zwiebeln

Vor dem ersten Frost sollten Sie Wasserleitungen im Außenbereich entleeren und die Außenzapfstelle von innen absperren. Gartenschläuche rollen Sie leer auf und lagern sie frostfrei, sonst können sie reißen. Auch Regentonnen werden besser geleert, da gefrierendes Wasser die Wände sprengen kann.

Werkzeuge danken Ihnen eine kurze Pflege: Erde abbürsten, Klingen trocknen und leicht einölen, Holzstiele bei Bedarf mit Leinöl behandeln. Beim Rasenmäher lohnt sich vor der Winterpause ein Blick in die Bedienungsanleitung, denn je nach Gerät gelten unterschiedliche Hinweise zu Tank, Akku und Messer.

Und wer sich schon jetzt auf den Frühling freuen möchte: Der Herbst ist die klassische Pflanzzeit für Blumenzwiebeln wie Tulpen, Narzissen und Krokusse. Solange der Boden nicht gefroren ist, können Sie sie noch setzen. Als Faustregel gilt, die Zwiebeln etwa doppelt so tief zu pflanzen, wie sie hoch sind.

Mit diesen Handgriffen ist Ihr Garten gut vorbereitet. Den Rest erledigt die Natur, und Sie können die ruhigen Monate nutzen, um in Gedanken schon die nächste Gartensaison zu planen.

Share: Facebook Twitter Linkedin
Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert